Kurs Ästhetische Bildung in Lingen

Wie Kinder Alltägliches mit allen Sinnen wahrnehmen

Das Kindeswohl im Blick haben von links Annette Sievers, Elke Schürhaus, Sivia Elfert, Teresa Metz und Rabea Fastabend. Foto: Caroline Theiling

Lingen. Was heißt eigentlich Ästhetische Bildung? Ästhetik gilt traditionell als Theorie des Schönen und der Kunst. Geht man allerdings vom Wortursprung aus bedeutet es die Lehre von der Wahrnehmung mit allen Sinnen. Dazu bietet die Kunstschule Lingen ab September eine Fortbildung an.
„Das ‚Schöne‘ steht nicht im Mittelpunkt“, sagt Silvia Elfert, eine der Dozentinnen der Qualifizierungsmaßnahme, die sich an Fachkräfte richtet, die in der frühkindlichen Bildung in Krippen oder im Elementarbereich tätig sind. „Es geht immer um das Sinnerleben, eigenes Erforschen und Gestalten.“ Gerade in diesem Lebensabschnitt würden die Grundsätze gelegt, auf die man in der Schulzeit aufbauen könne.

Neuer Blickwinkel auf das tägliche Tun

„Durch diese Fortbildung bekommt man einen anderen Blickwinkel auf das tägliche Tun und auf die Kinder“, berichtet Rabea Fastabend, die an der letzten Maßnahme teilgenommen hat. Sie arbeitet in der Kindertagesstätte St. Michael in Lingen und hat das Erlernte schon anwenden und auch an Kolleginnen weitergeben können.

Eltern ins Boot holen

„Kinder brauchen keine Spielsachen, sondern Sachen zum Spielen,“ brachte es Teresa Metz auf den Punkt. „Wir dürfen nicht zum Entertainer für die Kinder werden“, ergänzt Elke Schürhaus, eine weitere Dozentin. „Kinder sollen lernen durch eigenes Erleben“. Gut sei es, wenn man die Eltern mit ins Boot holen könne und ihnen die Motivation nahe bringen. Denn so könne man die Kapazitäten aller ausnutzen. Es sei erwiesen, dass die Ästhetische Bildung unter anderem zum mehr Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit, aber auch zu mehr sozialer Kompetenz beitrage.

Noch Anmeldungen möglich
„Wir sind sehr stolz darauf, diesen Kurs jetzt bereits zum dritten Mal anbieten zu können“, betont Annette Sievers, Leiterin der Kunstschule in einem Gespräch mit der Redaktion. Die Maßnahme umfasst insgesamt 100 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis und schließt ab mit dem Zertifikat „ Fachkraft Ästhetische Bildung “. Seit 2015 liegt eine unabhängige Begutachtung dieser Fortbildung vor. Damit wurde sie auf Bachelor-Niveau eingestuft und kann auf Hochschulstudiengänge angerechnet werden. Während die ersten beiden Kurse noch vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert wurden, müssen jetzt die Teilnehmer die Kosten von 500 Euro selbst tragen.
Die nächste Fortbildung beginnt am 26. Oktober 2018 und endet am 05. April 2018 mit einer Abschlusspräsentation. Eine Anmeldung ist noch bis zum 15. September 2018 unter Tel. 0591/4077 oder unter www.kunstschule.de möglich.